Überflügelt!

Die Klavierbaufirma Steinway & Sons

Ein Mythos ist zu besichtigen: Eng an eng stehen die Flügel im Ausstellungsraum der New Yorker Steinway Hall. Schwere Vorhänge vor den Fenstern halten das Tageslicht vom Eindringen ab. Von den Wänden herab wachen die Ölportraits der Altvorderen über die Szenerie. Und in der Mitte steht leibhaftig der Letzte in ihrer Reihe, der Urenkel des Firmengründers: Henry Z. Steinway lächelt er den Besucher liebenswürdig an.


Wie der alte Mann so da steht zwischen all den Steinway-Flügeln, die den Namen seiner Familie tragen, so freundlich aber in einer Art auch distanziert, fällt einem ein Bonmot seines Onkels Billie ein: "Das einzige, das die Steinways nicht tun, ist Klavier zu spielen. Warum auch sollte ein zweibeiniger Steinway seinen Lebensunterhalt damit verdienen, einen dreibeinigen zu spielen?“

Henry Z. Steinway

Henry Z., gefragt nach dem Wahrheitsgehalt, gibt denn auch unumwunden zu, er selbst spiele nur mäßig. Und wieder lächelt er dabei, so dass man ahnt, dass diese Art der Bescheidenheit in erster Linie der Bekanntschaft mit so vielen großen Konzertpianisten geschuldet ist. Wahr ist aber wohl, dass die Steinways schon immer viel besser Klaviere bauen und verkaufen konnten.

 

Über vier Generationen wurde Steinway and Sons von Familienmitgliedern geleitet, bevor Henry Z. 1972 das Unternehmen an den Medienriesen CBS verkaufte. Heute gehört Steinway zur Selmer Company und ist seit Mitte der 90er Jahre auch an der Wall Street notiert. Henry Z. Steinway schied 1980 aus der Firmenleitung aus und kümmerte sich seitdem intensiv um die Firmen- und Familiengeschichte. Er ist der letzte Mr. Steinway bei Steinway and Sons und gleichsam das lebendige Gedächtnis des Traditionsunternehmens. Welche Geschichte steckt hinter der „Marke mit der Lyra“, die, nicht nur sprichwörtlich, alle Welt überflügelt hat?

Heinrich Engelhard Steinweg

Als Henry Engelhard Steinway mit seinen Söhnen am 5. März 1853 die Klavierbaufirma in New York gründete, war die Familie erst seit drei Jahren in der Neuen Welt und hatte sich zunächst bei anderen Klavierbauern der Stadt verdingt. Sie wollten die Sprache lernen und das amerikanische Geschäftsgebaren, sagt Henry Z. Und sie hielten Augen und Ohren offen, um möglichst alle Kniffe und Geheimnisse des Klavierbaus auszuspähen. Doch die Steinways waren keine Newcomer im Klavierbaugeschäft. Den Grundstein für ihren späteren Erfolg legten sie bereits in Deutschland.
 

In Seesen am Harz arbeitete Heinrich Engelhard Steinweg – so sein Name damals - zunächst als Tischler, stellte aber nebenbei auch schon seine ersten Tafelklaviere her. 1836 baute er seinen ersten Flügel, mit dem er auf einer Industrieausstellung in Braunschweig auch gleich den ersten Preis gewann. Bis zur Auswanderung der Familie 1850 stellten die Steinwegs 482 Klaviere her, eine enorme Zahl bedenkt man das kleinstädtische Umfeld ihrer Werkstatt.

 

So ist wohl für ihre Auswanderung auch nicht die von vielen Deutsch-Amerikanern gerne in Anspruch genommene Legende der „48ers“, also der politischen Flüchtlinge in Folge der gescheiterten 1848er Revolution, zutreffend: Sie suchten ganz einfach nach besseren Geschäftsbedingungen, meint Henry Z. Steinway. Ein Sohn wurde nach Amerika geschickt und sagte: Das ist der richtige Platz. So entschied Heinrich Engelhardt, seine Zelte in Seesen abzubrechen und mit der ganzen Familie auszuwandern. Das war ganz schön mutig, wenn man bedenkt, dass er schon 53 Jahre alt war.

Auch in New York ging es nach der Gründung der eigenen Firma schnell aufwärts: 1855 gewann ein „Steinway“ den ersten Preis bei einer Ausstellung im Kristallpalast, und wenig später konnte das Unternehmen bereits 500 Klaviere im Jahr verkaufen. Das Geschäft wurde nun richtig erfolgreich, erklärt Henry Z.: Die Familie sparte und re-investierte. Und 1860 konnten sie diese riesige Fabrik an der 52sten Straße bauen, dort wo heute die Park Avenue ist. Es folgte die Eröffnung eines Verkaufshauses mit angeschlossener Konzerthalle, der ersten Steinway Hall am Union Square, wo sich über dreißig Jahre lang das Musikleben der Stadt abspielen sollte, - bis zur Eröffnung der Carnegie Hall. Steinway expandierte weiter mit dem Bau neuer Produktionsstätten um 1870 in Queens. William Steinway, der nun die kaufmännische Leitung übernommen hatte, schuf dort auch gleich eine Arbeitersiedlung, Steinway Village, mit eigener Kirche, Schule, Bücherei, Feuerwehr und Post.

Nach dem Tod von Henry Engelhard Steinway 1871 standen die Söhne William und Theodore an der Spitze der Firma. Theodore war für die Konstruktion des bahnbrechenden Steinway-Flügels zuständig. Seine Ideen und Entwicklungen sollten ihn zum Schöpfer des modernen Konzertflügels machen, sagt Henry Z. Eine Flut von Patenten zeigt das: die Rimbiegung und die Ganzgusseisenplatte, die bis heute so aussieht.

Lob kam aus allen Richtungen: "Konfrontiert mit einem derart perfektem Instrument wie es Ihres ist, muss ich viele meiner früheren Urteile Pianos betreffend revidieren", schrieb Hermann von Helmholtz, der Vorreiter der Akustikwissenschaft aus Berlin in einem Brief. Gioachino Rossini meinte gar: "Ihr Piano ist gleich einer Nachtigall, die im Gewittersturm singt". Und sogar ganz „normales“ Ausstellungspublikum wurde damals laut einer zeitgenössischen Karikatur beim Klang eines Steinway-Flügels plötzlich vom Furor, Pianist zu werden, gepackt.

Nun hatte Steinway das „perfekte“ Instrument, nun sollten die Menschen es auch spielen. Und vor allem – kaufen. Das war William Steinways Part. Was Theodore im Konstruktions-bereich erreicht hatte, strebte William im Geschäftlichen an: die Vorherrschaft Steinways.


Er machte Steinway zum Maßstab für den sozialen Status: "Besitzt du einen Steinway, sieht jeder, der dich besucht, sofort: du hast es geschafft." Und er warb mit Künstler-zitaten. Denn wenn ein großer Pianist sagte: Ich spiele Steinway, dann würde das auch andere Kunden überzeugen, dann musste das ja ein großartiger Flügel sein. Daher legte William besonderen Wert auf die Künstlerbetreuung.

Durch eine eigens gegründete Konzert & Künstler-Abteilung wurde fast jeder Wunsch erfüllt. "Habe meine Hosen und Anzug im New Yorker Appartement gelassen", kabelte beispielsweise Ignacy Paderewski aus Florida. "Meine Tochter hat außerdem zwölf Schildkröten vergessen. Glaubt, sie seien in der Küchenspüle." Andere Wünsche waren direkt mit einer Drohung verbunden. So verlangte später Vladimir Horowitz auf einer Tournee in Europa einen neuen Flügel: "Wenn Sie ablehnen, zwingen sie mich, einen anderen Firmennamen während des Klavierspiels ins Blickfeld zu nehmen."

Ob also große oder vermeintlich geringere Wünsche, Steinway erfüllte sie umgehend. Und diese pflegliche Behandlung zahlte sich ganz nach Williams Absicht aus: Die Künstler standen treu zu Steinway und waren bereit, das auch öffentlich zu bekunden. Steinway machte diese „Testimonials“, diese Gutachten, zum Dreh- und Angelpunkt seiner Werbung und festigte damit bis heute seinen Mythos als „Instrument der Unsterblichen“.

Richard Wagner, Gustav Mahler, Arturo Toscanini, Wilhelm Kempf, Glenn Gould und Claudio Arrau, aber auch Duke Ellington und Cole Porter gehörten zu diesen „Immortals“, die Steinway zu seiner Künstlerfamilie zählt. Aktuell führt das Klavierbauunternehmen über 1.000 Pianistinnen und Pianisten als „Steinway Artists“, für die das Instrument ihrer Wahl mehr als nur ein Arbeitsgerät ist: "Nur mit guten Freunden habe ich das Gefühl, dass ich mich frei äußern kann, weil ich weiß, dass sie zuhören und interessiert sind. Ich habe das gleiche Gefühl, wenn ich einen Steinway spiele..." - "Ein Pianist ohne Steinway ist wie ein Sänger ohne Stimme." - "Ein Steinway übt manchmal einen seltsamen Zauber aus. Er spielt dann besser als der Pianist: ein wunderbares Erlebnis." Das Instrument als Freund, als Vertrauter des Künstlers, bei dem er die Sicherheit findet, die er auf ständig wechselnden Bühnen so sehr braucht. Alfred Brendel sieht im Steinway den Maßstab für Klangfarben-reichtum, dynamisches Volumen und mechanische Präzision. Und erst durch diese Quali- täten wird er zum "einzigen Piano, auf dem der Pianist all seine Wünsche und Träume wahr werden lassen kann", wie Vladimir Ashkenazy einmal sagte.

"I love a piano": Als Irving Berlin 1915 – übrigens im Geburtsjahr Henry Z. Steinways - diese Liebeserklärung an das Piano schrieb, war der „Steinway“ längst zum Synonym für das Instrument schlechthin geworden. Die Amerikaner meinten es wörtlich, wenn sie sangen: "I know a fine way to treat a Steinway" - Ich weiß mit einem Steinway umzugehen. In jenem Jahr stellte Steinway über 6.500 Instrumente her, die höchste Zahl in der Firmengeschichte. Über eine Million Dollar Gewinn hatte ihnen die Nachfrage nach dem Klavier eingebracht, die US-Präsident Calvin Coolidge damals so erklärte: "Ein typisches Heim ist unvorstellbar ohne die Familienbibel auf dem Tisch und das Familienpiano in der Ecke."

In den 1930er Jahren hatte sich das wieder geändert. Die Amerikaner waren dem Klavier untreu geworden. Niemand wollte Klaviere kaufen, alle wollten nur verkaufen, erzählt Henry Z.: "Mein Vater musste zunächst die Löhne kürzen und dann die Fabrik sogar für anderthalb Jahre schließen." Henry Z. trat 1937 in die Firma ein und unterstützte seinen Vater in den schwersten Jahren der Firmengeschichte. Und dann kam der Zweite Weltkrieg. Ab 1942 musste Steinway seine Instrumenten-Produktion fast völlig zurückfahren. Man überbrückte die Zeit mit der Herstellung von Gewehrschäften, Stockbetten und baute im Regierungsauftrag hölzerne Lastensegler.
 
Erschwerend kam hinzu, dass die Steinways in New York als Deutsche und damit als verdächtig galten. Einige Konkurrenten versuchten gar daraus Profit zu schlagen und forderten zum Boykott auf: "Kauft nicht bei diesen Nazis!" Steinway reagierte und hängte amerikanische Flaggen ins Schaufenster und Bilder von Henry Z. und seinen Brüdern, die in der US-Armee dienten.
In Deutschland, wo Steinway seit 1880 mit einer Fabrik in Hamburg vertreten war, denunzierten die Nazis die Familie als amerikanische Juden. Ohnehin galt der Berliner Konkurrent Bechstein in dieser Zeit als „Flügel des Führers“, womit es andere Klavierbauer äußerst schwer auf diesem Markt hatten. Für Steinway kam spätestens mit dem Kriegseintritt der USA das endgültige Aus in Nazi-Deutschland: Nun war man Feindesvermögen.

Nach dem Krieg trug die Hamburger Niederlassung, die traditionsgemäß Europa und den „Rest der Welt“ beliefert, zur Stabilisierung des Unternehmens bei: Die Städte Europas waren verheert, seine Konzerthallen mit ihren Instrumenten ebenso. Doch in den USA schwächelte der Markt und am Horizont tauchte ein Konkurrent auf, der langfristig nicht zu schlagen sein würde: die japanischen Klavierbauer. Henry Z. Steinway, der 1955 Präsident der Firma geworden war, sagt im Rückblick: "Sie haben das Geschäft belebt." Doch für Steinway bedeutete diese Konkurrenz den Tod als Familienbetrieb.

Bis heute pflegt Steinway seine Aura der Manufaktur: 80 Prozent der Produktion sind reines Handwerk und ein Flügel besteht immer noch aus 12.000 Einzelteilen. Beim Bau werden ausschließlich Massivhölzer verwendet, die vor der Verarbeitung zwei Jahre lang trocknen. Bis ein Flügel fertiggestellt ist, vergeht ein Jahr. Daher produziert die Firma gerade mal 3.000 Instrumente pro Jahr und kommt in ihrer über 150-jährigen Geschichte nur auf rund 570.000 Klaviere. "Alles in allem ist es ein kleines Geschäftsfeld", meint Henry Z., ein Nischengeschäft. Klein aber fein, könnte man erwidern. Denn laut aktuellem Listenpreis kosten Steinway-Flügel zwischen 43.720 und 97.800 Euro.

Aber können alle diese Zahlen und Daten, kann die Familien- und Firmengeschichte auch den „Mythos Steinway“ entschlüsseln? Kann all dieses Wissen die Gefühle erklären, die der Klang, ja schon der Anblick, den ein Steinway bietet, auslöst? Nicht nur bei Konzert-, auch bei Hobbypianisten, von denen nicht wenige Haus und Hof belasten, um sich ihren eigenen Steinway leisten zu können?

Es ist wohl nicht so einfach mit der Entzauberung. Jeder mag für sich eine eigene Antwort finden. Letztgültig wird keine davon sein, was man nicht bedauern muss. Denn vielleicht ist es gerade dieser unauflösbare, schwarzlackiert wohlklingende Zauber, dem sich so viele Menschen seit Generationen so gerne aussetzen, der den „Mythos Steinway“ am Leben hält. Und das, vielleicht für weitere 150 Jahre. "Wer weiß", meint der letzte Mr. Steinway und wieder lächelt er bescheiden: "Ich werd` mich dann wohl nicht mehr hier rumtreiben…"



Dirk Stroschein (2003)

Veröffentlichungen

Die Steinway Story zum Hören

„A Fine Way to Treat a Steinway“: Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums im März 2003 von „Steinway and Sons“ erzählt Dirk Stroschein die Geschichte der Familie Steinway. Henry Steinway gründete 1853 sein Unternehmen, das schnell andere Klavierbauer über“flügelte“.

 

Zitate von Steinway-Künstlern, verschiedene Gespräche, z.B. mit dem Urenkel des Firmengründers, und ein Streifzug durch 150 Jahre Musikgeschichte runden das Hörfunk-Feature, das unter dem Titel "Steinway Story" im NDR lief, ab und geben einen anschaulichen Einblick in die Geschichte des berühmtesten aller Klaviere.

 

 

NDR & Hoffman und Campe Verlag 2003.

 

Hörbuch-CD

Laufzeit: 55 min.

Preis: 17,90 €                                       

 

ISBN 3-455-32013-9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spurensuche auch auf Englisch

Aufgrund von Anfragen aus dem nordamerikanischen sowie asiatischen Raum, hat sich der Autor entschlossen, für diese erweiterte Leserschaft eine englisch-sprachige Textfassung in Broschürenform als Anhang zum Original anzubieten.

 

Diese erscheint unter dem Titel "Tracing William Steinway in Seesen and New York", umfasst 82 Seiten und ist als Buchpaket zusammen mit dem deutschen Original für 24,90 Euro im Städtischen Museum Seesen sowie direkt beim Autor erhältlich.
 
Als Bonus sind darin außerdem abgedruckt zwei Übersichtskarten über die Orte der Spurensuche in New York und Seesen sowie ein Auswahlstammbaum der Familie Steinweg/Steinway.

Das grüne Juwel in Seesen

Fotografin Sabine Vollmers und Journalist Dirk Stroschein nehmen die Leser mit diesem Buch mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch Geschichte und Gegenwart des Steinway-Parks in Seesen:

 

Ein Buch mit vielen, bisher unveröffent-lichten Originaldokumenten, einer einzigartigen Ansammlung historischer Bildpostkarten und noch unerzählten Geschichten hinter der Geschichte. Aber auch reich illustriert mit Fotografien, die die gegenwärtige Schönheit des grünen Juwels der Stadt am nordwestlichen Harzrand in seiner ganzen Vielfalt widerspiegeln.

 

Schon bei der Anlage des Parks vor über einhundert Jahren zeigten sich die Erbauer davon überzeugt, dass hier etwas ganz Vorzügliches geschaffen werden kann.  Dass sie mit dieser Einschätzung Recht behalten sollten, zeigt in eindrücklicher Weise dieses Buch, das auch die besondere Rolle des Seesener Ehrenbürgers und New Yorker Klavierbaufabrikanten William Steinway bei der Anlage des nach ihm benannten Parkes beleuchtet.

 

 

220 Seiten, 30 x 24 cm

Preis: 20 €

 

ISBN 978-3-00-025398-0

 

 

 

Die Übertragung ins Englische übernahm mit Sorgfalt und Sachkenntnis Heidi H. Varblow aus Alexandria, Virginia (USA). Die gebürtige Deutsche lebt seit Jahrzehnten in den USA und arbeitet seit langem nicht nur als erfahrene Übersetzerin für in- und ausländische Auftraggeber, sondern ist auch langjähriges Mitglied des Forschungsteams zu William Steinways Tagebuch an der Smithsonian Institution in Washington D.C.

Spurensuche auf zwei Kontinenten

Seesen und New York, - die beiden so ungleichen Städte stecken das Erkundungsfeld ab für die Suche des Autors und Fotografen Dirk Stroschein nach Spuren einer Persönlichkeit jenseits der Erfolgsgeschichte von "Steinway & Sons".

 

William Steinway, im Jahr 1835 als Wilhelm Steinweg in Seesen geboren, war einer der Söhne des Klavierbauers Heinrich Engelhard Steinweg, der in der Harzstadt seine ersten Instrumente baute, bevor die Familie im Jahr 1850 nach New York auswanderte. Dort begann ab 1853 mit der Gründung von "Steinway & Sons" die Erfolgsgeschichte einer Familiendynastie, die mit ihren Qualitätsprodukten fortan alle Welt "überflügelte".


Der rasante Aufstieg der Firma prägte Williams junges Leben in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts stand er unangefochten an der Spitze der Firma, hatte die höchsten Weihen (nicht nur) der New Yorker Gesellschaft inne und tat sich in dieser Kombination als rastloser Unter-nehmertyp auch jenseits des Kerngeschäfts Klavierbau hervor.

Er gründete eine Stadt: "Steinway Village" mit Wohnhäusern, Schule, Kindergarten, Post und Bücherei. Er war früh beteiligt an den ersten Planungen für die New Yorker U-Bahn, er besaß das Patent für die neuen Daimler-Motoren und errichtete den damals größten Vergnügungspark in New York.


William war Deutsch-Amerikaner und Amerika-Deutscher, ein transatlantischer Weltbürger und heimatverbundener Mensch zugleich, der auf seinen vielen Reisen nach Europa kaum eine Gelegenheit ausließ, seine Geburtsstadt Seesen zu besuchen. Hier traf er alte Schulfreunde, sang mit im örtlichen Männergesangverein, machte Ausflüge in die nähere Umgebung und zeigte sich stets freigiebig, wenn er Stadt, Vereine und Schulen mit Geldern unterstützte, den Bau eines Kurparks finanzierte und auch so manches Klavier verschenkte. Er wurde Ehrenbürger und bei seinem letzten Besuch wie ein Staatsgast von der ganzen Stadt empfangen.

 

Das Buch wird herausgegeben vom "Freundeskreis Städtisches Museum Seesen e.V."; den Druck des 160-Seiten-Werkes (24 x 27 cm) haben gefördert die Stadt Seesen, die Braunschweigische Landessparkasse, die Harzenergie, die Hermann-Reddersen-Stiftung sowie der Seesener Beobachter.

Das Buch kann zum Preis von 19,90 € erworben werden im Städtischen Museum sowie beim Stadtmarketing in Seesen oder direkt beim Autor.

 

 

Links

Website des Städtischen Museums Seesen:

http://www.museum-seesen.de



Der Steinway-Park-Verein in Seesen:

http://www.steinway-park-seesen.de



Website des kulturhistorischen Wanderwegs zwischen Seesen und Wolfshagen:

http://steinway-trail.de



Steinwaydorf und Steinway-Verein in Wolfshagen:

http://wolfshagen-im-harz.blogspot.de/

http://steinway-wolfshagen.blogspot.de/



Firmenseite Steinway & Sons Deutschland:

http://eu.steinway.com/de/



Website der Steinway Hall in Manhattan:

http://www.steinwayhall.com/



Forschungs-Website der Smithsonian Institution zu William Steinways Tagebüchern:

http://americanhistory.si.edu/steinwaydiary


 

NDR-Website "Berühmte Köpfe": Der Piano-Pionier aus Seesen:

http://www.ndr.de/geschichte/koepfe/steinway107.html
 

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© Dirk Stroschein